Gnadengemeinde Mannheim

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Neuigkeiten

Jahreslosung 2021

 
Liebe Leserin, lieber Leser,

heute beginnt ein neues Jahr! Wir warten schon ungeduldig darauf, wir wollen mit 2020 gerne abschließen, das war so ein verrücktes Jahr. Mit dem neuen Kalenderjahr verbindet sich die Hoffnung, dass alles besser wird. Begonnen hat 2021 ganz anders als die Jahre zuvor: Ruhig und ohne Feuerwerk. Ich habe stattdessen die Kirchenglocken um Mitternacht deutlich durch die Straßen klingen hören. Das ist ein schönes Zeichen: Gott ruft uns. Und wir besinnen uns durch die erzwungene Ruhe der Pandemie wieder mehr auf ihn.

Gute Vorsätze habe ich keine für das neue Jahr. Ich halte sie sowieso nie ein. Aber halt, in diesem Jahr habe ich wohl doch einen. Die Jahreslosung, der Bibelvers für das neue Jahr, gibt mir einen vor. Die Jahreslosung beginnt in diesem Jahr mit einem Imperativ, einem Aufruf: Seid barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist! Mein Vorsatz, unser aller guter Vorsatz für 2021 lautet also: Sei barmherzig!

Dazu ruft Jesus uns auf, so steht es im Lukasevangelium. Barmherzigkeit meint, sich dem Leid anderer zu öffnen. Dabei ist Barmherzigkeit aber mehr als Mitleid. Mitleid ist ein Gefühl. Mitleid macht uns traurig, wir leiden mit. Die Barmherzigkeit ist es, die uns dann zum Tun bringt. Wir bemühen uns, das Leid des Nächsten zu lindern, ihm zu helfen. Deshalb macht Barmherzigkeit auch uns selbst froh, denn wir können etwas tun, wir sind dem Leid anderer nicht ohnmächtig ausgeliefert.

Jesus ruft uns ganz konkret zur Barmherzigkeit auf. Er möchte, dass wir nicht nur an unsere Familie und unseren Freundeskreis denken. Jesus sagt: "Wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder lieben, die ihnen Liebe erweisen. Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt ihr davon? Das tun die Sünder auch. Vielmehr liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen." Wir sollen für den Menschen da sein, der uns gerade braucht - sogar für die, die uns ärgern, die uns stören, die nichts Gutes für uns im Sinn haben. Wir sollen uns ein Beispiel an Gott nehmen: "Seid barmherzig wie euer Vater im Himmel!"

Das ist das Tröstliche in diesem Aufruf: Wir haben einen Vater im Himmel. Und er ist barmherzig, so barmherzig wie wir das nie schaffen werden. Gott liebt seine Feinde, er tut Gutes ohne etwas dafür zu erhoffen, Gott schenkt, ohne aufzurechnen. Jesus haben wir es zu verdanken, dass wir diese riesige Liebe Gottes erfahren haben, dass wir von ihr wissen. Über diese Welt hinaus gibt es Gott, der uns mit Barmherzigkeit umfängt. In diesem Glauben kann 2021 getrost beginnen.

Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Neues Jahr!

Ihre Pfarrerin Miriam Waldmann

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